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22.12.2016 Farbe wie bist du.

 

 

 

 

 

 

 

Es ist Mucksmäuschen still, noch dunkel und ich bin alleine im neuen Kindergarten. Kinderlachen fehlt noch. Ich möchte vor Weihnachten die Ausführung von „Kunst am Bau“ abschließen. Im Jänner ziehen die Kinder ein. Grün, meine letzte Farbe für die Wandgestaltung. Gestern war rot, blau und gelb dran.
In der Stille denke ich an das vergehende Jahr. Mir fällt auch mein Vater ein. „Farbe wie bist du“ hat er immer gesagt. Farbe hat ein Leben, man muss mit ihr sprechen. Heller oder dunkler? Nuancen verändern Raum und Licht. Ich lehre die giftig-grüne Farbe in eine kleine Dose. Ich habe mir 12 Farben vormischen lassen. Einige musste ich ein wenig verändern und nachmischen. Die Farbe sieht an der Wand immer anders aus als auf dem Farbmuster. Ich liebe das mischen von Farben, sie sind lebendig.
Die Grün-Farbtöne gefallen mir noch nicht. Ein grün ist zu giftig und ein anderes viel zu grell. Mir fällt mein Vater ein und irgendwie höre ich, wie er sagte: In ein grün gehört ein wenig rot. Liebe Rot nimmt die Schärfe. Die Komplementärfarbe stumpft immer die andere Farbe ab. Ich gebe ein wenig vom dunklen Rot in das Grün. Setze die Farbe am Papier an. Das ist es. Ich freu mich immer, wenn mir Gelerntes wieder einfällt. Die feinen Nuancen spielen eine große Rolle. „Farbe wie bist du“.